Berlin - Das schöne Wetter lockt endlich wieder nach draußen und lädt ein zum gemeinschaftlichen Grillen auf dem Balkon und im Garten. Doch Vorsicht ist trotz allem Spaß geboten, denn ernste Gefahren lauern mit fatalen Folgen. Jährlich kommt es zu 4000 bis 5000 Unfällen beim Grillen mit mindestens zehn Prozent lebensbedrohlichen Verletzungen, die in Verbrennungszentren behandelt werden müssen. Darunter befinden sich auch viele Kinder.

Dabei lassen sich die meisten Risiken unter Beachtung einiger Grundregeln vermeiden, rät Prof. Dr. Henrik Menke, Chefarzt am Zentrum für Schwerbrandverletzte am Sana-Klinikum in Offenbach und Leiter des Referats Verbrennung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Ästhetischen und Rekonstruktiven Chirurgie (DGPRÄC).

Der sichere Umgang beim Grillen beginnt bereits mit dem richtigen Grill und Zubehör. Geeignete und standfeste Grillgeräte sind an der Kennzeichnung "DIN EN 1860-1" zu erkennen. Vorsicht ist besonders beim Umgang mit Grillanzündern angebracht. Flüssige Grillanzünder gehören zu den häufigsten Unfallquellen und sind für die meisten Grillunfälle verantwortlich. Spiritus, Alkohol oder gar Benzin als Brandbeschleuniger sind deshalb strikt verboten: Auf die teils schon glühenden Kohlen gegossen, kommt es zu einer plötzlichen Verpuffung mit explosionsartiger Wirkung und Temperaturen über 1000 Grad. Geprüfte und geeignete Grillanzünder tragen das Prüf- und Überwachungszeichen "DIN EN 1860-3". Daher sollten nur feste Grillanzündern eingesetzt werden. Auch Fettspritzer können beim Grillen zu tiefen Brandverletzungen führen - insbesondere an unbedeckten Körperteilen wie Händen, Armen oder dem Gesicht. Durch Funkenflug kann leicht brennbares Material wie Kleidung, Papier oder trockene Pflanzen in der Umgebung des Grills entzündet werden.

Die kleinen Grillfans sind besonders gefährdet und zählen zu den häufigsten Unfallopfern. Von der Faszination des Feuers werden sie angezogen, kennen aber die Risiken nicht. Daher sollte man Kinder beim Grillen nie alleine in der Nähe des Feuers lassen. Auch nach dem Ende des eigentlichen Grillvorgangs droht Gefahr durch noch glimmende Asche auf dem Grillgerät. Die Holzkohlenreste dürfen erst nach vollständiger Abkühlung entsorgt werden. Unter Beachtung dieser wesentlichen Kriterien lässt sich das Risiko für Grillunfälle drastisch verringern.

Für einen unbeschwerten Grillabend sollten Sie folgendes beachten:

- die Verwendung eines standsicheren Grillgerätes
- nur zertifizierte Grillanzünder aus Feststoff einsetzen, niemals 
  Brandbeschleuniger wie flüssigen Spiritus, Alkohol oder gar Benzin
- keine flatternde oder leicht entzündliche Kleidung tragen, Schutzhandschuhe 
  benutzen
- Vorsicht im Umgang mit Feuer in alkoholisiertem Zustand
- Kinder in ausreichendem Abstand und niemals ohne Aufsicht am Grill lassen
- die verbleibende Glut bis zum Ausbrennen oder Löschen beaufsichtigen
- für alle Fälle eine Löschdecke, Sand oder einen Feuerlöscher bereithalten
- brennendes Fett niemals mit Wasser löschen, sondern ersticken 

Kommt es trotzdem zu Verbrennungen ...

- kleinere Verbrennungen sofort für maximal 10 bis 15 Minuten mit kaltem 
  Leitungswasser kühlen
- bei Brandverletzungen den Arzt aufsuchen
- größere Brandverletzungen oder Verbrennungen an schwierigen Regionen (am 
  Gesicht oder an Gelenken) sollten in spezialisierten Kliniken mit einem 
  Zentrum für Brandverletzte behandelt werden. Die Adressen sind allen Notärzten
  bekannt. 

"Für die Plastische Chirurgie ist die Behandlung von Brandverletzungen eine wichtige zentrale Säule, aus der sich das Fachgebiet wesentlich weiterentwickelt hat" schließt Prof. Giunta, Präsident der DGPRÄC und empfiehlt für Patienten den Animationsfilm der Gesellschaft zu diesem Thema auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=5Aifuy-mK5w

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