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(red) Für die Feldmark in Hummelsbüttel ist der kommende Donnerstag (23. Mai) ein Schicksalstag: Dann tagt der Stadtentwicklungsausschuss der Bürgerschaft. Thema Nr. 1 der Tagesordnung: „Änderung des Flächennutzungsplanes“ und damit Freigabe für weitere Bebauung der Feldmark und Umwidmung von Bereichen des Landschaftsschutzgebietes in Bauland. Zugrunde liegt dem der Wunsch des Senats, die Bebauung der Feldmark fortzusetzen.

„Mancher Bürger, der per Brief schon seine Stimme abgegeben hat für die Bezirksversammlungswahl“, sagt dazu Birgit Wolff, FDP-Spitzenkandidatin in Wandsbek, „wird sich wundern, was da weitgehend unbemerkt vom Rot-Grünen Senat geplant ist – trotz aller Versprechen, die hier vor Ort gegeben wurden, dass die Feldmark des besonderen Schutzes bedarf.“ Expliziter Punkt im Bezirkswahlprogramm der FDP ist die langfristige Sicherung der Feldmark gegen Bebauungs-Begehrlichkeiten. Darauf bezogen fordert Wolff, bei allem Verständnis für den wachsenden Bedarf an Wohnraum, dass die in der kommenden Woche tagenden Bürgerschaftsausschüsse für Umwelt und Stadtentwicklung die Pläne des Senats nicht abnicken: „Es wäre ein Armutszeugnis für Hamburg und seinen Norden im Alstertal und den Walddörfern, wenn die Feldmark der letzte Platz wäre, an dem hier noch gebaut werden kann. Der Senat und die Bürgerschaft sind aufgefordert, das Vorhaben sofort zu stoppen, Alternativlösungen für die jetzt geplante weitere Bebauung der Feldmark vorzulegen und das Landschaftsschutzgebiet nachhaltig zu sichern.“

Wolff erinnert an die erheblich umstrittene Entscheidung zur Umwidmung des Landschaftsschutzgebietes für den Bau einer größeren Wohnsiedlung durch den damaligen Regierenden Bürgermeister Olaf Scholz: Er hatte die Feldmark, Teil des Freiraumverbundsystems, erst als „Hamburgs grüne Lunge zum Atmen“ bezeichnet und dann kurz darauf dennoch die Umwidmung in Bauland abgesegnet. Noch im Herbst 2018 versprach der derzeitige Regierende Bürgermeister bei einem Besuch in Hummelsbüttel, es werde in der Feldmark keine weiteren Baumaßnahmen geben. Mitte November antwortete Dr. Tim Stoberock, SPD-Wahlkreisabgeordneter für Alstertal-Walddörfer auf eine Bürgeranfrage: „...weder Rot noch Grün möchte weitere Bebauung in der Feldmark.“ Mit dem Nachsatz: „Es gibt aber keine richtige Möglichkeit einer Ewigkeitsgarantie...“
Mit Blick auf die Historie sei das Argument des Senats für eine weitere Bebauung besonders ärgerlich, so Wolff, Zitat: „Das Plangebiet befindet sich zwar im zusammenhängenden Landschaftsraum der Hummelsbütteler Feldmark, gleichwohl ist es gut für eine Wohnnutzung geeignet, da es an vorhandene Wohnbauflächen angrenzt.“ Birgit Wolff: „Hier wird also mit einer Entscheidung, die auch heute noch für erheblichem Unwillen bei der Bevölkerung sorgt, eine Folgeentscheidung gerechtfertigt, die nicht minder für Unmut sorgen wird – wenn sie sich erst einmal herumspricht.“

 

Hintergrund:
Drucksache 21/16572: In dieser „Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft“ geht es um die Änderung des Flächennutzungsplanes „nördlich Poppenbütteler Weg“. Konkret geht es um 5,1 Hektar im „südöstlichen Teil der Hummelsbütteler Feldmark“. In der Begründung des Senats heißt es: „Mit der Änderung des Flächennutzungsplanes sollen ... die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen für Wohnungsbau auf einer Fläche im Randbereich der Hummelsbütteler Feldmark geschaffen werden.“

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