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190405 matthias strenge siedlung

(red) Die Initiative zum Erhalt der Matthias-Strenge-Siedlung stellt fest: Der Vorstand der Allgemeinen Deutschen Schiffszimmerer Genossenschaft (ADSG) bricht sein gegebenes Wort!

Dazu teilt die Initiative mit: Ein im Jahr 2012 ausgehandelter Kompromiss für die Matthias-Strenge-Siedlung in Hamburg Poppenbüttel wird durch den amtierenden Vorstand der ADSG ignoriert.
Trotz massiver Proteste der Bewohnerschaft, bereits im Sommer 2017 bei der erstmaligen Vorstellung eines neuen Planes zum Bau eines Mehrfamilienhauses mit 12 Wohneinheiten statt der im Kompromiss ausgehandelten 6 Wohneinheiten, hält der Vorstand der ADSG an seinen Ausbauplänen fest. Im Herbst 2018 wurde ohne weitere Beteiligung der Bewohner der Siedlung ein Bauantrag mit jetzt 10 Wohneinheiten eingereicht und vom Bauausschuss Alstertal positiv beschieden.
Durch offenkundige nachträglich Änderungen im Bebauungsplan Poppenbüttel 40 zu Gunsten der ADSG, wurde entgegen der ursprünglichen Begründung für den Bebauungsplan, aus WR IO plötzlich WR IIO gemacht, so dass die Möglichkeit eingeräumt wurde, größer und massiver zu bauen als in dem erzielten Kompromiss vereinbart wurde. Schon damals wurden somit die Bewohner massiv getäuscht und deren Unkenntnisse im Baurecht ausgenutzt!
Trotz eines Gespräches mit den an dem Kompromiss beteiligten Vertretern der SPD und Grünen aus der Bezirksfraktion Hamburg Wandsbek, in der deutlich die Fehler in der Abwicklung dieses Bebauungsplanes bestätigt wurden, hält der Vorstand der ADSG unbeirrt an seinen Plänen fest.
Wir fragen uns ernsthaft, wie es mit dem Demokratieverständnis des Vorstandes der ADSG bestellt ist. Auf dieser Grundlage können wir nur alle Bürgerinnen und Bürger warnen, jemals in Verhandlungen mit der ADSG einzusteigen, da diese sich offensichtlich nicht mehr an gegebene Zusagen halten will. Der intern immer gerne benutzte Begriff des „Fairmieters“ wird damit deutlich zur Farce.
Dennoch gibt es vielleicht noch etwas Hoffnung. Vertreter der Parteien und der Initiative zum Erhalt der Matthias-Strenge-Siedlung, planen ein Gespräch mit dem Aufsichtsrat der ADSG, um diesen dazu zu bewegen, wieder zu dem ehemaligen Zusagen zu stehen und die eingereichten Planungen nicht zuzustimmen.
Wir appellieren daher an den Aufsichtsrat diesen Plänen nicht zuzustimmen und ein Zeichen für eine funktionierende Demokratie zu setzen!

 

Zur Vorgeschichte erklärt die Initiative zum Erhalt der Matthias-Strenge-Siedlung:
Im Sommer 1999 stellt der Vorstand den Bewohnern der Strenge-Siedlung Neubaupläne für
das zu dem Zeitpunkt mit 67 Wohneinheiten bebauten Planungsgebiet Poppenbüttel 39 vor.
Aufgrund der massiven Nachverdichtung wird im Herbst eine Initiative gegründet, die sich gegen
diese massive Bebauung stellt.
Im Herbst 2002 reicht die Initiative ein Bürgerbegehren beim Bezirksamt ein – Ergebnis: 7500 Stimmen gegen diese massive Bebauung und Erhalt der alten Häuser.
Sommer 2003 wird das Bürgerbegehren seitens der Bezirksversammlung Wandsbek abgelehnt und im Winter 2004 ein Bürgerentscheid durchgeführt. Ergebnis: Erhalt der alten Häuser, keine Nachverdichtung (60% der Befragten sprechen sich für Erhalt der Häuser und keiner Nachverdichtung aus)
2006 – 2008 Mediationsverfahren mit nicht konsensualem Ergebnis und einseitiger Auslegung eines Kompromisses durch die ADSG ohne Berücksichtigung der Ablehnung durch die Bewohner.
2012 Staatsrat „evoziert“ den Bürgerentscheid und gestattet ADSG die Planungen voranzutreiben
Mitte 2012 erheblicher Protest der Bewohner im Umgang mit Bürgerbegehren – Bürgerentscheid
Politik (SPD/Grünen) schaltet sich ein.
Bei gemeinsamen Sitzungen (INI, Vertreter der Wohnanlage, SPD, Grünen) wird ein Plan zur Bebauung entworfen, der im November 2012 in einer öffentlichen Plandiskussion im GOA den Bewohnern und dem Vorstand der ADSG unterbreitet wird.
Vorstand, vertreten durch Ahlfeld, akzeptiert den Entwurf, der maximal 95 Wohneinheiten vorsieht und bei den drei Mehrfamilienhäusern eine maximale Wohnungseinheiten von 6 zulässt.
…Herr Ahlfeld weist in seinem Eingangsstatement auf die an die 70 Jahre alten Häuser
hin, deren Sanierung für die Genossenschaft wirtschaftlich nicht rentabel sei. Eine Prüfung habe ergeben, dass die Modernisierung der Gebäude zu ebenso hohen Kosten wie
der Neubau führen würde. Zudem hält er die Anordnung einer weiteren Wohneinheit auf
einer 1.000 m² großen Parzelle in der heutigen Zeit für grundsätzlich sinnvoll. Die ADSG
sehe aber auch in Anbetracht der bereits zwölf Jahre andauernden Diskussionen die
Notwendigkeit, über das Bebauungsplanverfahren zum Abschluss zu kommen.
Bei dem vorgestellten Konzept handele es sich um einen Kompromiss, mit dem man
aus seiner Sicht leben könne. Zudem solle für die Bewohner endlich Sicherheit bezüglich der zukünftigen Entwicklungen herrschen. … (Auszug aus dem Protokoll)

Ende 2014 öffentliche Auslegung des zukünftigen B-Planes (jetzt Poppenbüttel 40)
Frühjahr 2015 Verabschiedung des B-Planes.
Im Sommer 2017 stellt der Vorstand den Bewohnern Pläne für den Bau eines Mehrfamilienhauses vor, dass, wie vorher zugesagt nicht 6 Wohneinheiten, sondern 12 Wohneinheiten ausweisen soll.
Aussage des Vorstandes sinngemäß: der Bebauungsplan gibt das her…. Also bauen wir so groß…
Protest der Bewohner…..
Nachträglich wurde offenkundig zu Gunsten der Schiffszimmerer Genossenschaft durch Veränderung der Kennziffern, wie z.B. aus WR IO – WR IIO gemacht wurde die Möglichkeit eingeräumt, größer und massiver, an dem 2012 öffentlich ausgelegtem Plan „herumgefeilt“.
Der Vorstand steht nicht mehr zu seinem Wort und will nach seinen jetzigen Möglichkeiten bauen.
Die Grünen äußern sich wie folgt sinngemäß: …“wir stehen in der politischen Verantwortung und stehen zu unserem Wort. Der Plan ist so ausgearbeitet worden und es ist im Umgang mit den Bewohnern nicht fair, jetzt etwas anderes zu bauen“…
Die SPD ist wortkarg und hat sich auf Nachfragen der INI nicht geäußert.
Ein Vorratsbeschluss, der eine massive Bebauung hätte verhindern können, kam so 2017 nicht zustande.

Die Bewohner sind verunsichert und verärgert.
Sie fragen sich:
Was nützen demokratische Möglichkeiten der Gestaltung, wie ein Bürgerbegehren, Bürgerentscheid oder einer Planung mit der Fraktion SPD/Grünen, wenn anschließend klammheimlich doch wieder Veränderungen vorgenommen werden, die diese demokratischen Möglichkeiten aushebeln.
Weiter sind sie enttäuscht, dass die SPD es nicht für nötig gehalten hat, zu ihrem Wort zu stehen und gemeinsam mit den Grünen im Rahmen ihrer politischen Möglichkeiten sich für die Bewohner einzusetzen, wie sie es 2012 gemacht haben.

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