180717 knickschutz

(red) Bei der öffentlichen Plandiskussion zum Bebauungsplan Rahlstedt 134 (Große Heide) am 25. Juni in der Grundschule Großlohering kritisierten einige BürgerInnen, dass am Wiesenredder beim Rahlstedter Freibad und damit in direkter Nachbarschaft zum Bebauungsplan Rahlstedt 134 Knicks abgeholzt und damit zerstört würden. Um aber die Funktionsfähigkeit eines Knicks zu erhalten, muss er regelmäßig und abschnittsweise etwa alle zehn Jahre geschnitten (geknickt) werden. Das ist auch in Rahlstedt geschehen. Durch diesen Schnitt treiben die Gehölze neu und dichter wieder aus. So bleibt der Knick eine Hecke. Er wird durch den Schnitt also nicht zerstört sondern erhalten.

Oliver Schweim, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN in Wandsbek: „Wir GRÜNE konnten in der rot-grünen Koalition einen umfangreichen Ausgleich für das Gewerbegebiet erreichen und funktionierende Kultur- und Naturflächen sichern. Das wäre uns aus der Opposition nicht gelungen. Auch mit der CDU oder den Liberalen in der Bezirksregierung hätte es das Gewerbegebiet gegeben. Die Kritik an der Knickpflege ist hier nicht gerechtfertigt und führt in die falsche Richtung. Wir achten besonders darauf, dass möglichst viele klima- und naturrelevante Aspekte berücksichtigt und umgesetzt werden. So haben wir erreicht, dass alle Knicks im Bebauungsplan gesichert und Knickdurchbrüche vermieden werden.“

Dr. Ursula Martin, Sprecherin für Umwelt der GRÜNEN Bezirksfraktion: „Eine regelmäßige Pflege durch das so genannte „auf den Stock setzen“ ist unabdingbar für einen funktionstüchtigen und ökologisch wertvollen Knick. Wird auf das Knicken verzichtet, wachsen die Gehölze aus, d.h. sie bilden Baum ähnlich eine Krone, verkahlen aber in ihren unteren Abschnitten. Nach dem Schnitt treiben die Gehölze an den Stubben wieder aus, wachsen dicht hoch und können so ihre Funktionen als Windbremse, Lebensraum und Nahrungsquelle für viele Tierarten erneut erfüllen.“

Hintergrund:

Die Wallhecken/Knicks entstanden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert im Rahmen einer Agrarreform, die die gemeinschaftliche Nutzung von Feldern und Wiesen aufhob. Zur Begrenzung der neuen Eigentumsgrenzen wurden die so genannten Knicks angelegt. Die typische Bepflanzung bestand aus dornigen Sträuchern wie Weißdorn und Hundsrose, um das Vieh daran zu hindern auf andere Weideflächen auszuweichen aber auch Haselnuss oder Holunder. Daneben dienten die Knicks als Windschutz und außerdem als Holzquelle. Handwerker nutzten das Holz der Knicks für Stiele, Harken aber auch für Holzschuhe und für das Flechtwerk der Fachwerkhäuser. Heute sind die Knicks vor allem für Tiere und Pflanzen bedeutsam, sind ökologisch sehr vielfältig und haben eine wichtige Funktion bei der Vernetzung unterschiedlicher Lebensräume.
Knicks sind ein prägender Bestandteil der norddeutschen Kulturlandschaft. Sie sind auch in den Randgebieten von Hamburg noch vielerorts anzutreffen, besonders im Bezirk Wandsbek. Die Wallhecken sind zum Teil gesetzlich geschützte Biotope (§14 Abs. 2 Nr. 2 Hamburgisches Gesetz zur Ausführung des Bundesnaturschutzgesetzes) in Verbindung mit § 30 Bundesnaturschutzgesetz. Zu einem geschützten Knick gehört auch ein Schutzstreifen von einem Meter zu beiden Seiten. Auch hier dürfen keine Handlungen vorgenommen werden, die die Funktion des Knicks beeinträchtigen oder ihn zerstören.
Das Gebiet der „Großen Heide“ und der Stellau-Grünzug zwischen Großlohe und Rahlstedt-Ost sollen als Ausgleichsfläche für das benachbarte Gewerbegebiet Viktoriapark aufgewertet werden.

Weitere Informationen bietet ein Faltblatt der Umweltbehörde unter: http://www.hamburg.de/naturschutzpublikationen/ sowie: http://www.hamburg.de/wandsbek/naturschutz-baumschutz/

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(red) Das Bezirksamt Wandsbek öffnet einen neuen Kommunikationskanal. Ab heute gibt es auf Twitter Informationen, Veranstaltungseindrücke und Einblicke in die alltägliche Arbeit der Bezirksverwaltung. Die Tweets des Bezirksamts sollen zukünftig die Pressemitteilungen ergänzen und so die vielfältigen Arbeits- und Themenbereiche der Bezirksverwaltung in Hamburgs Nordosten noch umfassender abbilden. 

Die Pressestelle freut sich über diese Erweiterung des Serviceangebots und ist gespannt auf den Austausch mit den Nutzerinnen und Nutzern des internationalen Kurznachrichtendiensts. Nach dem Bezirksamt Harburg (@BAHarburg) ist Wandsbek das zweite Bezirksamt mit einem offiziellen Twitterkanal.

Folgen Sie dem Bezirksamt Wandsbek jetzt auf Twitter:   
@BAWandsbek bzw. https://twitter.com/BAWandsbek

georg julian

(red) Wie in den letzten Tagen bekannt geworden ist, greift die Stadt Hamburg zum Mittel derSenatsanweisung um eine Entscheidung in der Frage um den Erhalt des Freibades Rahlstedt-Wiesenredder oder einer Neubebauung der Fläche ohne echte Beteiligung des Bezirk durchzudrücken und ein angestoßenes Bürgerbegehren zu verhindern.

Julian Georg, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE in der Bezirksversammlung Wandsbek: „Der Senat würgt die dringend nötige Auseinandersetzung um den Erhalt des Rahlstedter Freibades einfach ab. Wir brauchen hier eine inhaltliche Diskussion und Abwägung der Argumente pro und contra Neubebauung und kein Durchregieren ohne Rücksicht auf die Belange der Menschen vor Ort. Eine Weisung durch den Senat, wie jetzt erlassen, ist eine undemokratische Missachtung des Bürger*innenengagements und verhindert eine konstruktive Auseinandersetzung. Ich erwarte von SPD und Grünen auch trotz der Weisung ein ergebnisoffenes Planverfahren unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Bezirkliche Belange gehören auch im Bezirk diskutiert und entschieden: Wenn wir so weitermachen, können wir die Bezirke auch gleich ganz abschaffen!“

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(red) Der Bezirk Wandsbek erhält in diesem Jahr aus dem Förderfonds Bezirke und aus Prämien für die Gewerbeförderung rund 770.600 Euro. Der Förderfonds Bezirke, mit dem die Stadt Hamburg jede genehmigte Wohnung mit 250 Euro prämiert, zahlt in diesem Jahr eine neue Rekordsumme aus. Insgesamt erhalten die sieben Bezirke 3,11 Millionen Euro (2017: 2,68 Mio. Euro), dazu kommen die Prämien für die Gewerbeförderung in Höhe von 1 Mio. Euro, von den sieben Bezirken erhält Wandsbek den größten Anteil an dieser Ausschüttung.

Anja Quast, die Vorsitzende der SPD-Bezirksfraktion: „Der erneute Anstieg beim Förderfonds unterstreicht einmal mehr die starke Wohnungsbautätigkeit in unserer Stadt und in Wandsbek. Wandsbeks Wohnungsbaumotor brummt nicht zuletzt auch dank des enormen Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unserem Bezirksamt. Wie auch in den vergangenen Jahren können wir mit den Mitteln des Förderfonds gezielt Projekte in den Stadtteilen unterstützen. Wir freuen uns, dass dieses Anreizsystem geschaffen wurde und dass wir unter anderem die Dachsanierung vom Jenfeld-Haus aus diesen Geldern finanzieren können.“
Oliver Schweim, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN Fraktion in Wandsbek: "Die Koalition hat durch ein ausgewogenes Vorgehen beim Wohnungsbau für eine große Zahl neuer bezahlbarer Wohnungen gesorgt. Dabei haben wir stets auf ökologisch ausgerichtetes Bauen gesetzt. Wir freuen uns mit den zusätzlichen Geldern in den Stadtteilen in Zukunft weitere ökologische und soziale Projekte auf den Weg bringen zu können und die Stadt damit grün und lebenswert zu erhalten."
Im Bezirk Wandsbek wurden im vergangenen Jahr rund 2600 Wohneinheiten genehmigt und bis einschließlich Mai 2018 weitere 1180 Wohneinheiten. Damit leistet Wandsbek wiederum einen großen Anteil an der Umsetzung des Vertrages für Hamburg für den Wohnungsbau und trägt dazu bei, dass Wohnen in Hamburg bezahlbar bleibt. Rot-grün in Wandsbek setzt bei der Fortsetzung des Wohnungsbaus weiter auf Bürgerbeteiligung und hat im Blick, dass die Quartiere und Stadtteile des Bezirkes der steigenden Bevölkerungszahl gewachsen bleiben.

Quast und Schweim weiter: „Es steht für uns im Vordergrund, dass die verkehrliche und soziale Infrastruktur genau wie Grün-, Freizeit- und Sportflächen dem Zuwachs an Wohnungen und dem Zuzug von neuen Wandsbekerinnen und Wandsbekern gewachsen bleibt. Das erreichen wir durch zahlreiche Gespräche mit den Akteuren vor Ort.“

180712 bund

(red) Die Planungen zum Gewerbegebiet Viktoriapark (Rahlstedt 131) gehen in die zweite Runde / BUND Hamburg kämpft weiter für Erhalt der Fläche Diese Woche startet die öffentliche Auslegung des umstrittenen Bebauungsplanes Rahlstedt 131. Für ein neues, interkommunales Gewerbegebiet sollen auf Hamburger Seite etwa 35 Hektar eines wertvollen Landschaftsschutzgebietes geopfert werden. Das entspricht beinahe der zweifachen Fläche der Binnenalster. Der BUND Hamburg lehnt die Planung ab und fordert die Einstellung des Verfahrens.

Auf der Fläche im Nordosten Hamburgs finden sich ein wertvolles Knicksystem und weitere gesetzlich geschützte Biotope, die Lebensraum für verschiedene streng geschützte Arten bieten (z. B. fünf Fledermausarten, Moorfrosch). Das Gebiet liegt zudem zwischen zwei Naturschutzgebieten, eine Bebauung würde die Zerstörung großer Flächen des Biotopverbunds (Feuchtlebensräume) bedeuten.

„Das Vorhaben Rahlstedt 131 zeigt einmal mehr, welchen Stellenwert Biotopverbund und Artenschutz in Hamburg haben, wenn für ein derartiges Vorhaben mir nichts dir nichts 35 Hektar Landschaftsschutzgebiet bebaut werden können. Die enorme Flächenversieglung muss endlich ein Ende haben, wir brauchen eine Netto-Null-Flächenpolitik in Hamburg“, so die deutliche Kritik des BUND-Landesgeschäftsführers Manfred Braasch.

Bis zum 20. August 2018 können im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens Stellungnahmen auch von betroffenen Bürger*innen an das zuständige Bezirksamt geschickt werden.

Weitere Infos: www.bund-hamburg.de/themen/umweltpolitik/flaechenschutz/

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