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Pflegedienste, die ihre Angestellten nach Tarif oder vergleichbaren Regelungen bezahlen, erhalten mehr Geld. Die Krankenkassen haben die Vergütung für diese Pflegedienste deutlich angehoben. Mit der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege wurde jetzt als erstes eine solche Vereinbarung geschlossen.

Die Leistungen der Pflegedienste in der Häuslichen Krankenpflege, wie beispielsweise die Wundversorgung oder die Medikamentengabe, werden zwar für alle Pflegedienste gleich vergütet. Doch fallen die Löhne der Angestellten von Dienst zu Dienst recht unterschiedlich aus. Nach einer Gesetzesänderung zum Jahresanfang 2019 lohnt sich nun eine Tarifbindung: Unternehmen, die ihre Pflegekräfte nach Tarif oder vergleichbaren Regelungen bezahlen, erhalten rückwirkend zum 1.Juli mehr Geld von den Krankenkassen.

Durchschnittlich alle zwei Jahre handeln Pflegeverbände und Krankenkassen die Vergütungen aus, die die Pflegedienste für ihre Leistungen mit den Krankenversicherungen abrechnen können. Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Land Sachsen-Anhalt e.V. vertritt hierbei das DRK, die Diakonie, die AWO, den Paritätischen und die Caritas. Federführend für alle Krankenkassen in Sachsen-Anhalt führte die AOK Sachsen-Anhalt die Gespräche.

Mehr Transparenz bei Gehältern

Die Verhandlungsergebnisse zwischen der LIGA und der AOK weisen ein deutliches Plus zu den Vorjahren aus. Die beschlossenen Tarifentwicklungen sind damit bis Juni 2021 abgedeckt. Eine Weiterentwicklung wurde ebenfalls vereinbart.

"In den Verhandlungen mit den Pflegeverbänden ist uns immer besonders wichtig, dass höhere Vergütungen auch auf der Gehaltsabrechnung bei den Angestellten in den Pflegediensten sichtbar werden. Die LIGA hat uns diese Transparenz zugesichert, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Damit konnten wir einer deutlichen Erhöhung der Vergütung zustimmen", sagt Cornelia Schulz, Leiterin des Geschäftsbereichs Pflege in der AOK Sachsen-Anhalt. "Wir würden uns wünschen, dass sich alle Pflegedienste in Sachsen-Anhalt an einen Tarif oder eine vergleichbare Regelung binden. Damit wäre Transparenz geschaffen und wir würden absichern, dass Pflegedienste ihre Angestellten angemessen bezahlen. Allein innerhalb eines Jahres würden wir als AOK Sachsen-Anhalt dafür rund 20 Millionen Euro mehr ausgeben", stellt Schulz in Aussicht. Hinzu kämen noch die Mittel der anderen Krankenkassen.

Faire Vergütung für anspruchsvolle Arbeit

"Wichtig ist, dass die anspruchsvolle Arbeit unserer Pflegekräfte auch fair vergütet wird. Der erste Schritt dazu ist nun getan. Den Pflegediensten hilft das im Wettbewerb um die begehrten Fachkräfte. Denn der Mangel an gut ausgebildetem Personal trifft die Pflegebranche besonders hart", sagt Wolfgang Schuth, Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege. "Damit Pflegeberufe attraktiver werden, brauchen sie eine höhere Anerkennung in der Gesellschaft. Außerdem müssen sich die Arbeitsbedingungen in der Pflege insgesamt verbessern. Ansonsten steigt der Mangel an Fachkräften noch stärker an und die Versorgung der Patienten wird immer schwieriger", so Wolfgang Schuth weiter.

Tarifgebundene Unternehmen besetzen Stellen erfolgreicher. Das zeigen aktuelle Daten des IAB-Betriebspanels, einer bundesweiten Arbeitgeberbefragung, die kürzlich veröffentlicht wurde. Daraus geht hervor, dass tarifgebundene Unternehmen meist ein deutlich höheres Entgelt zahlen und die Beschäftigungsverhältnisse stabiler sind. Dagegen sind die Verdienste in Unternehmen, die nicht tarifgebunden sind und sich auch nicht an einem Tarifvertrag anlehnen, besonders niedrig. Sie bewegen sich fast 20 Prozent unter dem Durchschnitt aller Beschäftigten

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Das Zitat wurde illustriert von dem Ohlstedter Künstler Pieter Kunstreich
www.pikunst.de (Illustration), www.pietreich.artists.de (Landschaftsmalerei)

Als Erich Honecker in der damaligen DDR eine Nervenheilanstalt besuchte, brüllten die Patienten gut einstudiert: "Unser geliebter Staatsratsvorsitzender lebe hoch!" Nur der Aufseher schwieg. Als einer der Leibwächter Honeckers ihn deswegen ansprach, meinte der: "Entschuldigen Sie bitte, ich gehöre nicht zu den Verrückten!"

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