Volksdorf Journal • Lokales für den Nordosten von Hamburg • stundenaktuell • unabhängig • überparteilich • 8. Jahrgang • 040-6031681 • redaktion@volksdorf-journal.de
ankerbild-regionales
ankerbild-veranstaltungstippsankerbild-bezirkankerbild-vermischtesankerbild-autoankerbild-rechtankerbild-gesundheitankerbild-testankerbild-verbraucherinfoankerbild-neues zuhauseankerbild-bauen und wohnenankerbild-computer und co
icon-normale darstellung icon sehr gross icon-kontrastreich icon heute icon-veranstaltungskalender icon-werbung icon kleinanzeigen icon-email info icon epaper


(ots) - Wachkoma hört sich für viele nach Hoffnungslosigkeit, nach Einbahnstraße an. Das sieht Anne-Mareike Göbel, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e. V.), anders: "Es fallen jährlich etwa drei- bis viertausend Menschen ins Wachkoma, wovon statistisch betrachtet nur etwa 10% dauerhaft in diesem Zustand bleiben werden. Das ist eine sehr positive Prognose." Sie und ihre Berufskollegen sind maßgeblich daran beteiligt, die Kommunikation mit Menschen im Wachkoma herbeizuführen, dadurch eine Brücke zur Außenwelt zu schlagen und sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten in Alltagshandlungen einzubinden, also handlungsfähig zu machen. Das erhöht die Chancen dieser Menschen, das Wachkoma zu verlassen.

Wachkoma ist oftmals die Folge von Erkrankungen wie Herzinfarkt, schwerer Schlaganfall, Aneurysma, Toxikationen durch Alkohol- oder Drogenmissbrauch, Endzustände bestimmter Hirnerkrankungen, Verletzungen durch Unfälle mit folgenschweren Kopfverletzungen, Ertrinkungsunfälle und anderen Geschehnisse, die dazu führen, dass das Gehirn mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird. Sterben dabei Gehirnzellen im Großhirn ab, können die Betroffenen ins Wachkoma fallen. Wachkoma ist eine Einschränkung des Bewusstseins; diese Menschen kommen daher üblicherweise ohne lebenserhaltende Apparate aus, ihre Spontanatmung und die Herz-Kreislauftätigkeit bleiben erhalten. Ebenso wie ihr Schlaf-Wach-Rhythmus. "Während der Wachphasen haben sie die Augen geöffnet. Die Augen gehen anfangs oft ins Leere oder wandern, ohne zu fixieren. Menschen im Wachkoma zeigen keine von außen als sinnvoll erkennbare Reaktion auf Berührung oder Ansprache.", beschreibt die Ergotherapeutin Anne-Mareike Göbel die schwierige Situation, in der sich die Betroffenen am Anfang ihrer Intervention befinden.

Erste ergotherapeutische Aufgabe: Kommunikationsebene finden Das erste Ziel von Ergotherapeuten, die ambulant mit Menschen im Wachkoma arbeiten, ist, mit demjenigen in Kontakt zu kommen und ihn in Kontakt mit seiner unmittelbaren Umwelt zu bringen. Behutsam bahnen Ergotherapeuten wie Anne-Mareike Göbel die Kommunikation an, indem sie sich - je nach dem auf welche Reize der Patient reagiert - beispielsweise durch eine bestimmte immer wiederkehrende Berührung, ein spezielles, sanftes Geräusch, Musik oder ein Licht ankündigen. So lernen die Menschen im Wachkoma dieses Signal dem Therapeuten zuzuordnen. "Für einen Menschen im Wachkoma führt die Ungewissheit was passiert, nachdem sich die Tür öffnet, häufig zu Anspannung, Stress oder einer Abwehrhaltung. Gibt es eine Spritze, verändert jemand seine Liegeposition? Wird sein Körper mal kraftvoll oder rabiat, mal behutsam bewegt und gedreht?", erklärt die Ergotherapeutin, warum sie sich in immer gleicher Form ankündigt und dadurch Vertrauen aufbaut. Stellt sie fest, dass derjenige während ihrer Behandlung beispielsweise die Augen sehr intensiv schließt und wieder öffnet, leitet sie ihn an, dass ein längeres Schließen "ja" bedeutet. "Dann beginne ich mit Fragen, die seine aktuelle Lebenswirklichkeit betreffen.", schildert Göbel ihr weiteres ergotherapeutisches Vorgehen. Dabei geht es etwa um Radio oder Licht an oder aus, Fenster auf, Fenster zu. Für gesunde Menschen scheint das banal, es ist für sie nicht vorstellbar, wie anstrengend es für einen Menschen im Wachkoma ist, sich zu konzentrieren, genügend Wachheit aufzubringen und in Kommunikation zu kommen. Und dabei inhaltlich dem zu folgen, was der Andere sagt und wissen will - selbst wenn es vermeintlich einfache Fragen sind.

Kennzeichnend für Ergotherapeuten: Familienmitglieder einbeziehen Es ist eine typisch ergotherapeutische Herangehensweise, das soziale Umfeld einzubeziehen. Haben Ergotherapeuten einen Zugang zu dem von ihnen betreuten Menschen im Wachkoma gefunden, instruieren sie die Angehörigen, so dass sie, sofern sie es wollen und können, häufiger und intensiver kommunizieren. Was jedoch nicht bedeutet, aus der Zeitung vorzulesen oder Erlebtes zu erzählen. Das hat nichts mit der aktuellen Lage und Lebenswirklichkeit des Betroffenen zu tun, würde ihn überfordern. Um Menschen im Wachkoma anzuspornen, erarbeiten Ergotherapeuten mit deren Angehörigen, was das Leben dieses Menschen vor dem Wachkoma geprägt hat. Ein solches Vorgehen beeinflusst den Entwicklungsprozess maßgeblich. Dazu nochmals ein Blick auf die Zahlen. 30 % der Akutfälle schaffen es, in den ersten Monaten vom Wachkoma ins aktive Leben zurückzukehren; 60% gelingt es, das Wachkoma mit erheblichen, bleibenden Beeinträchtigungen unterschiedlicher Art zu verlassen. "Studien belegen, dass Menschen selbst mit schwersten Erkrankungen den Weg aus dem Wachkoma finden, wenn das soziale Umfeld wie Familienmitglieder oder der Partner daran mitarbeiten und eine gemeinsame Lebensperspektive bieten. Auch durch ihre Haltung.", so die Ergotherapeutin, die in diesem Zusammenhang von einem Mann im Wachkoma berichtet, dem es trotz schlechter medizinischer Prognose gelang, diesen Zustand zu verlassen und der nach entsprechenden Reha-Maßnahmen wieder zu seiner Frau und den Kindern zurückkam. "Die Frau hat unglaublich um ihn gekämpft, wollte ihn unbedingt wieder zuhause haben, nicht zulassen, dass er sich aus seiner Verantwortung als Familienvater 'wegschleicht'.", verdeutlicht die Ergotherapeutin die Haltung der Frau, die dadurch ihren Mann motiviert hat, aus dem Wachkoma zu kommen. So unterschiedlich, sagt die Ergotherapeutin, lässt sich medizinisches und soziales Potenzial bewerten.

So befähigen Ergotherapeuten Familienmitglieder

Der Weg aus dem Wachkoma ist meist ein langer, durchaus von Rückschlägen gezeichneter Prozess dessen Ausgang ungewiss ist. Die Entwicklung ist im Einzelfall nicht vorhersehbar. Familienmitglieder und Partner benötigen selbst auch immer wieder Unterstützung, um einen adäquaten Umgang mit den im Wachkoma Liegenden zu erlernen, sowohl auf kommunikativer und emotionaler Ebene als auch in ihren Handlungen. Die Ergotherapeutin Anne-Mareike Göbel zeigt das am Fall einer Dame, die nach einem schweren Schlaganfall im Wachkoma war. Im Gespräch mit dem Ehemann stellte sich heraus, dass das Paar früher auf Reisen am liebsten sofort die Umgebung erkundete. Mit diesem Wissen hat die Ergotherapeutin die beiden in einer Aufgabe und verschiedenen Handlungen zusammengeführt: Die Dame, die sich anfangs - so schien es - schlafend stellte, wenn jemand anders als ihr Ehemann das Zimmer im Pflegeheim betrat, kooperierte, nachdem klar war: das Ziel ist, nachhause zu kommen. Schritt für Schritt ließ sie sich mobilisieren, ließ zu, dass die Pfleger, die Ergotherapeutin und der Ehemann sie aus dem Liegen ins Sitzen, danach in den Rollstuhl und als nächstes aus dem Krankenzimmer herausbrachten. Gleichzeitig hatte der Ehemann wieder eine für ihn bedeutungsvolle Aufgabe: Von der Ergotherapeutin gecoacht und begleitet, lernte er den Umgang mit dem Pflegerollstuhl und was zu tun ist, wenn er mit seiner Frau auf Erkundungstour geht. "Dieser und andere Fälle haben sich so gut entwickelt, weil es gelungen ist, diese Menschen zu erreichen und das, was ihnen wichtig war, auf Handlungen herunterzubrechen, die man mit ihnen im Wachkoma tun kann. Und sie so wieder Lust auf das Leben bekamen.", fasst die Ergotherapeutin ihre Rolle im interdisziplinären Team bei der Behandlung von Menschen im Wachkoma zusammen.

Informationsmaterial gibt es bei den Ergotherapeuten des DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.); Ergotherapeuten in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes im Navigationspunkt Service und Ergotherapeutische Praxen, Suche.

Aktuell sind 1590 Leser und keine Redakteure online

club65

Das Volksdorf Journal wird unterstützt durch:

alle anzeigen ...

rubrikenueberschriften-humor

0206.jpg
Ein Gefängnisdirektor der in Rente geht, führt seinen Nachfolger durch das Gefängnis und fragt: "Werden Sie auch mit den Häftlingen gut auskommen?" Antwortet sein Nachfolger: "Aber natürlich, und wer sich nicht richtig benehmen kann fliegt einfach raus."

rubrikenueberschriften-termine

  • 181216-cross.jpg
  • 190107-kate.jpg
  • 190112-wsv.jpg
  • 190122-riff.jpg

 171103 wsv

rubrikenueberschriften-termine

termine-legende rubriken

Mo. 10. Dez., 11:00 -
Ausstellung - Geschichte der Siedlung Wensenbalken
HASPA-Volksdorf, Im Alten Dorfe 41
Mo. 10. Dez., 15:00 -
Theater Wunderland: Hänsel und Gretel
Begegnungsstätte Bergstedt, Bergstedter Chaussee 203
Mo. 10. Dez., 16:00 -
Lesung in der Residenz am Wiesenkamp
Residenz am Wiesenkamp, Wiesenkamp 16
Di. 11. Dez., 15:00 -
Bilderbuchkino: „Lieselotte im Schnee“
Bücherhalle Volksdorf, 1.OG der Eulenkrugstraße 55-57 (Unser Viertel)
Di. 11. Dez., 15:30 -
Weihnachtsmärchen „Hänsel und Gretel“
BiM, Saseler Str. 21
Di. 11. Dez., 19:30 -
Musikalisch-literarischer Abend in der Villa
Ohlendorff´sche Villa, Im Alten Dorfe 28
Mi. 12. Dez., 12:30 -
Rathausbesuch mit der SPD
Rathaus Hamburg, Rathausdiele
Mi. 12. Dez., 19:00 -
Lesung - „Fern von Aleppo“:
Stadtteilbüro Tegelsbarg 25 am Norbert-Schmid-Platz
Mi. 12. Dez., 20:00 -
Bass meets Harp... eine besondere Begegnung
KunstKate, Eulenkrugstr. 60-64
Do. 13. Dez., 16:00 -
Bilderbuchkino: „Lieselotte im Schnee“
Bücherhalle Volksdorf, 1.OG der Eulenkrugstraße 55-57 (Unser Viertel)
Do. 13. Dez., 19:30 -
Vortrag „Helgoland – Die Bedeutung der Insel für Zugvögel“
Natur in Ahrensburg, Bornkampsweg 35
Do. 13. Dez., 20:00 -
Filmfront - SYSTEM ERROR - Wie endet der Kapitalismus
Koralle-Kino, Kattjahren 1
Fr. 14. Dez., 16:00 -
Kinderkino - Pettersson und Findus: Das schönste Weihnachten überhaupt
Max-Kramp-Haus, Duvenstedter Markt 8
Sa. 15. Dez., 09:30 - 14:45
Cyclocross-Radrennen
CYCLOCROSS-LAND Moorredder
Sa. 15. Dez., 10:00 - 12:00
Weihnachtstombola der Alstertaler LINKEN
Norbert-Schmid-Platz
Sa. 15. Dez., 16:00 -
Weihnachtsoratorium für Kinder in der Kirche am Rockenhof
Kirche am Rockenhof
So. 16. Dez., 09:30 - 14:45
Cyclocross-Radrennen
CYCLOCROSS-LAND Moorredder
So. 16. Dez., 10:00 - 11:30
Frühstück für die Schafe
Gut Karlshöhe, Karlshöhe 60 d
So. 16. Dez., 17:00 -
Weihnachts-Oratorium in der Kirche am Rockenhof
Kirche am Rockenhof
Di. 18. Dez., 00:00 - 00:00
Abholung Blaue Tonne
Volksdorf
Di. 18. Dez., 15:00 -
Bilderbuchkino: „Weihnachten wie noch nie“
Bücherhalle Volksdorf, 1.OG der Eulenkrugstraße 55-57 (Unser Viertel)
Di. 18. Dez., 19:00 -
DIE LINKE - Gescheiterte Globalisierung
Sportlerheim des SC Poppenbüttel, Bültenkoppel 1
Mi. 19. Dez., 20:00 -
„Filmklassiker in der Koralle“
Koralle-Kino, Kattjahren 1a
Do. 20. Dez., 16:00 -
Bilderbuchkino: „Weihnachten wie noch nie“
Bücherhalle Volksdorf, 1.OG der Eulenkrugstraße 55-57 (Unser Viertel)
Do. 20. Dez., 20:00 -
Filmfront - DIE GRÜNE LÜGE
Koralle-Kino, Kattjahren 1
Fr. 21. Dez., 16:00 -
Kinderkino: “Petterson und Findus” – Das schönste Weihnachten überhaupt
Begegnungsstätte Bergstedt, Bergstedter Chaussee 203
Fr. 21. Dez., 20:00 -
Thomas l'Etienne & Freunde
KunstKate, Eulenkrugstr. 60-64
Sa. 22. Dez., 13:00 -
Offenes Training für Geländeradsport
Cyclocross-Land Hamburg (Moorredder, 22539 Hamburg)
Sa. 22. Dez., 18:00 -
Benefizkonzert in der Rockenhofkirche
Kirche am Rockenhof, Rockenhof 5
Fr. 28. Dez., 20:00 -
KatenJazz No. 49 - The Hamburg Stringbrothers
KunstKate, Eulenkrugstr. 60-64
So. 30. Dez., 20:00 -
Sylvester-Vorglühen mit QEEN
Koralle, Kattjahren 1a
Mo. 31. Dez., 12:00 -
35. Silvesterlauf um die Teichwiesen
Teichwiesen
Mi. 02. Jan., 11:00 - 12:00
eMedien-Sprechstunde
Bücherhalle Volksdorf, Eulenkrugstraße 55-57
Fr. 04. Jan., 11:00 - 12:00
eMedien-Sprechstunde
Bücherhalle Volksdorf, Eulenkrugstraße 55-57
Fr. 04. Jan., 17:00 - 18:00
Gesprächsgruppe "Dialog in Deutsch
Bücherhalle Volksdorf, Eulenkrugstr. 55-57

Änderungen möglich, (G)=gewerbliche Veranstaltung.

termine-legende rubriken

Weitere Veranstaltungen ...

Die nächsten Flohmärkte ...

Das Volksdorf Journal
wird unterstützt durch
(alle anzeigen ...)

rubrikenueberschriften familienanzeigen

rubrikenueberschriften-kleinanzeigen

29-11-2018

Jugendbett(en) – natürlich auch für Erwachsene ;-)

Hier im Angebot: Ein Jugendbett in Kiefer (ca. 3 Jahre alt), das natürlich aufgrund seiner Größe auch für Erwachsene geeignet ist, mit sehr viel Platz in den drei Schubladen. Die ...

Weiterlesen ...

18-11-2018

Historische Wertpapiere in Alben

Zu verkaufen: Historische Wertpapiere in Alben gegen Gebot. Edith Siemsen 040 678 20 84

Weiterlesen ...

01-04-2015

Plätze frei beim Club65

(G) Der Club65, der Volksdorfer Computerclub für alle ab 50, hat zurzeit Plätze frei. Drei Stunden pro Woche lernen, klönen und Erfahrungen austauschen! Näheres unter 609 502 37 oder www.club65.de.

Weiterlesen ...

G=Gewerbliche Anzeige

Alle Kleinanzeigen anzeigen ...

Kleinanzeige aufgeben: privat (kostenlos), gewerblich

trennstrich-250x3

 

Das Volksdorf Journal
wird unterstützt durch
(alle anzeigen ...)

037-Meister Eckhart

Das Zitat der Woche, illustriert von dem Ohlstedter Künstler Pieter Kunstreich
www.pikunst.de (Illustration), www.pietreich.artists.de (Landschaftsmalerei)

Das Volksdorf Journal
wird unterstützt durch
(alle anzeigen ...)

rubrikenueberschriften-kontakt

so erreichen Sie uns:

Post
Volksdorf Journal
A
hrensburger Weg 100
22359 Hamburg

Telefon
040 - 603 16 81

Fax
040 - 609 112 32

eMail
redaktion@volksdorf-journal.de

Zum Seitenanfang