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(ms/Video/Fotos) Zum 13. Mal fand es jetzt bereits statt, das Waldherrenmahl, das der Verein De Spieker jedes Jahr zusammen mit der Stiftung Museumsdorf Volksdorf ausrichtet. Natürlich in passender Umgebung. Die rund 90 Gäste saßen an festlich gedeckten Tischen im Wagnerhof.

Begrüßt wurden sie in diesem Jahr zunächst vom Vorsitzenden der Stiftung Andreas Meyer. Er verriet den Anwesenden, unter denen viele der Stifter waren, dass die Bilanzsumme der Stiftung inzwischen einen siebenstelligen Betrag erreicht hat. Diese Kapital stecke in den Immobilien auf dem Gelände des Museumsdorfes Volksdorf. "Bisher sind wir bei Investitionen in das Grundstück und die Gebäude immer ohne Fremdfinanzierung ausgekommen, und wir streben an, das auch in Zukunft so zu handhaben", so der Stiftungsvorsitzende, der übrigens auch gleichzeitig Vorsitzender der Stiftung Ohlendorff'sche Villa ist. Allerdings würde in den kommenden Jahren große Investitionen beim Harderhof und beim Wagnerhof anstehen. Letzterer muss voraussichtlich 2020 ein neues Reetdach bekommen. Allein dafür werden rund 100.000 Euro veranschlagt. Die Stiftung hat sich vorgenommen, einen großen Teil davon selbst zu erwirtschaften, wird aber in Bezug auf diese großen Vorhaben auch auf Spenden angewiesen sein.

Abgelöst wurde Andreas Meyer am Rednerpult dann von Jürgen Fischer, dem (noch) Vorsitzenden des Vereins De Spieker. Dieser wies zunächst einmal auf den Umfang der Aktivitäten des Vereins hin. So hätten im Jahr 2017 rund 16.000 Menschen die fünf Gewerketage, zwei Bauernmärkte und das Aufstellen des Maibaumes besucht. "Insgesamt haben schätzungsweise 45.000 Menschen unser Gelände und die Häuser besucht", verkündete der Vereinsvorsitzende nicht zu Unrecht stolz. Aber auch die 80 Saalvermietungen hätten zur Finanzierung des Museumsdorfes beigetragen. Zur Bewältigung der mit diesen Aktivitäten verbundenen zahlreichen Aufgaben tragen rund 200 ehrenamtliche Mitarbeiter aus Volksdorf und der näheren und weiteren Umgebung bei. "Wir denken hier im Museumsdorf nicht jeden Tag darüber nach, warum wir diese freiwillige Arbeit leisten, spüren aber oft genug, welche Freude sie vermittelt", so der Vereinsvorsitzende.

Ein wenig "wat up platt" gab es dann von der designierten neuen Vorsitzenden des Vereins De Spieker, Elisabeth Thölke, die 16 Jahre als Leiterin der Stadtteilschule Walddörfer tätig war und nun Anfang Mai auf der Mitgliederversammlung als 1. Vorsitzende des Vereins kandidieren will. Vor dieser Entscheidung habe sie ihren Mann gefragt. Der ihr zugeraten habe. Das mit der "Chefin" habe sie ja schon in der Schule gelernt. Sie übergab den Platz am Mikrofon dann an ihren "Leevsten", der das traditionelle Tischgebet sprach.


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Nachdem alle die sehr hübsch angerichtete Vorspeise (geräucherte Gänsebrust an Salatbukett mit Vinaigrette & Croutons) genossen hatten, trat der Ehrengast und neue Waldherr, Dr. Carsten Brosda, Senator der Hamburger Behörde für Kultur und Medien, an das Rednerpult. Brosda begann seine launige Rede mit dem Hinweis, dass er ganz dankbar sei, an diesem Abend im Museumsdorf zu sein, und nicht wie der Hamburger Bürgermeister im Frack erscheinen musste, der in Bremen an der Schaffermahlzeit als 11. Redner nach dem 5. Ganz seine Rede halten darf. "Als ich die Anfrage bekam, 'dürfen wir sie zum Waldherren ernennen', habe ich erst mal lange gestutzt und als jemand, der aus dem Ruhrgebiet stammt gefragt, 'was ist das eigentlich, was wollen die da von dir'. Ich habe die Auszeichnung dann so verstanden, dass sie mich animieren wollen, mich als nach Hamburg Zugezogener mehr mit den Walddörfern, ihrer Geschichte und ihrer Tradition zu beschäftigen. Und das habe ich getan und habe einiges gelernt, habe auch einiges gelernt, was sie sich so von Senatoren hier erwarten". Am Schluss seiner Rede kam er diesbezüglich aber dann doch zu einem positiven Eindruck: "Ich möchte ihnen sehr dafür danken, dass sie mir eine Ehrung zu Teil werden lassen, von deren Existenz ich nicht wusste, bevor sie sie mir zu Teil werden lassen wollten", so der Senator, der diese Ehre mit Stolz tragen will und in diesem Zusammenhang die Worte des Hamburger Komponisten Johannis Brahms zitierte: 'Orden sind mir wurscht, aber haben will ich sie!'.

Bevor er aber zum Waldherren wurde gab es erst einmal die Suppe (Hosteiner Kartoffelsuppe mit Einlage). Dann kam der Höhepunkt des Abends: der Hammerschlag des Waldherren. Der Senator schlug 'sein' Siegel mit dem schweren Originalhammer in einen vorbereiteten Baumstamm und erhielt als Zeichen seiner neuen, ein Jahr währenden Würde den silbernen Waldherrenhammer. Als neuer Waldherr konnte er dann das Hauptgericht genießen (Perlhuhnbrust in Calvadosrahm mit Zuckerschoten und Gratinkartoffeln).

'Neues aus den Werkstätten' erfuhren die Gäste des Abends dann vom 2. Vorsitzenden des Vereins De Spieker, Egbert Läufer, der gleichzeitig Museumswart ist. Er berichtete den Anwesenden nicht nur über die umfangreichen Aufgaben, die in den verschiedenen Werkstätten auf dem Gelände des Museumsdorfes bewältigt werden. So war zum Beispiel auch zu erfahren, dass viele Teile des wertvollen Inventars inzwischen 'bombensicher' gelagert werden, nämlich in den ehemaligen Munitionsbunkern auf dem Höltigbaum. Dennoch: "Es ist schwer, so einen Betrieb wie wir ihn hier haben, am Leben zu erhalten", stellte Läufer die Situation des Museums dar, insbesondere mit Blick darauf, dass fast alles von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet wird, die oft auch an die Grenze ihrer Möglichkeit stoßen. Allein von ihrem Einsatz hängt das Weiterbestehen des einzigen Freilichtmuseums auf dem Hamburger Stadtgebiet ab. Und dann kommt noch mehr Neues: "Wir stehen vor einer relativ großen Veränderung für dieses kleine Museum", verriet der Museumswart, denn nach langer Suche konnte endlich ein neuer Mitarbeiter gewonnen werden, der allerding für den Wechsel von seinem Bauernhof nach Volksdorf zur Voraussetzung machte, dass er seine Tiere mitbringen darf. So werden am kommenden Freitag vier Kühe und zwei zusätzliche Pferde (dann sind es insgesamt 5) in den Harderhof einziehen. Das Gebäude wurde dafür extra mit viel (wiederum ehrenamtlich geleisteter) Arbeit in den Zustand versetzt, in dem es sich befand, als der Hof noch bewirtschaftet wurde.

Anschließend rundete das Dessert (Sahnequark mit Waldbeeren) das Buffet ab.



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