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(ms/VIDEO) Am Ende werden es wohl an die 200 Interessierte gewesen sein, die in die Sporthalle der Schule an der Eulenkrugstraße gekommen waren, um an dem Abend teilzunehmen, der am vergangenen Mittwoch (10.05.17) unter der Überschrift "Informationsveranstaltung zur geplanten Flüchtlingsunterkunft am Buchenkamp" stand.

Es ging also in der Hauptsache um das Flurstück 270 an der Eulenkrugstraße, das in ganz Hamburg vor kurzer Zeit vor allem wegen der hohen Mietkosten für heftige Diskussionen sorgte. Aber, um es vorweg zu nehmen, das Thema klang an diesem Abend nur am Rande an. Umfangreich hingegen die Information, was nun genau dort geplant ist: Insgesamt 260 Plätze für Zuwanderer und wohnungslose Menschen, sowie Räumlichkeiten für Verwaltungs- und Gemeinschaftszwecke und ein separates Waschhaus. Außerdem sind auf den Freiflächen an der Eirichtung, die von fördern & wohnen errichtet und betrieben werden soll, zwei Spielplätze und ein Grand-Ballplatz geplant. Weiterhin soll zunächst eine behelfsmäßige, später dann, wenn ein regulärer Bebauungsplan für das Gebiet besteht, eine endgültige Kindertagesstätte entstehen.

Zunächst stellte der Leiter des Bezirksamtes Wandsbek, Thomas Ritzenhoff, die Problematik der Flüchtlingsunterbringung aus Sicht des Bezirkes dar. Insbesondere die gerechte Verteilung im Bezirk Wandsbek liege ihm am Herzen. Daher finde er es dringend erforderlich, dass auch in Volksdorf und Sasel (weitere) Folgeunterkünfte gebaut werden.

Anschließend übernahm der Leiter des Zentralen Koordinierungsstabes Flüchtlinge, Anselm Sprandel. Er wies darauf hin, dass es hinsichtlich der Zahl der eintreffenden Asylsuchenden eine deutliche Entspannung gegenüber 2015 gäbe. "Trotzdem ist das Problem nicht weg. Wir haben im Moment ca. 250 Personen pro Monat, aber wir haben außerdem Familiennachzug, auch so um die 200 pro Monat. So kommen in jedem Monat immer noch über 400 Personen nach Hamburg. Wir haben also ständig einen weiteren Unterbringungsbedarf." Er wies darauf hin, dass in Hamburg immer noch über 6.000 Menschen in den Erstaufnahme-Einrichtungen leben und daher dringend Plätze in Folgeunterkünften geschaffen werden müssen. Auch zu den Kosten der Unterbringung gab er Anhalte (ca. 450 Euro pro Person pro Monat).

Imke Sager (Zentrale Koordinierung Flüchtlinge) erläuterte dann anhand vieler Folien das geplante Bauvorhaben, bevor Anka Brams von fördern & wohnen die Aufgaben ihrer Institution bezüglich der Erstellung und Unterhaltung der geplanten Anlage aufzeigte.

Daran anschließend erhielt das Publikum Gelegenheit Fragen zu stellen. Hier tat sich eine große Bandbreite auf. Wer allerdings erwartete, dass es erneut um den Grundeigentümer (ÖkoWoBau) gehen würde, stellte erstaunt fest, dass dies an diesem Abend so gut wie überhaupt nicht thematisiert wurde. Vielmehr ging es zum Beispiel darum, warum nicht Gebäude gebaut würden, die auf Dauer stehen bleiben und später einer anderen Verwendung zugeführt werden könnten. Hier gehe es lediglich um eine Nutzungsdauer von maximal 15 Jahren. Danach würde der Bereich wieder renaturiert werden, und zwar so, dass es hinterher aussehe, 'als sei dort nie gebaut worden', so die Antwort von Anselm Sprandel. Auch war zu erfahren, dass es aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei, die "provisorische" Kita für alle zu öffnen, aber es sehr wohl geplant sei, die später neu zu bauende oder zu erweiternde Kita beim ehemaligen Ferck'schen Hof allen Volksdorfer Kindern zugänglich zu machen. Erstaunen weckte bei vielen Zuhörern, dass die Kosten für die geplante Unterkunft was Bau und Miete betrifft (insgesamt rund 10 Euro pro Tag pro Platz) auf Hamburg bezogen lediglich im oberen Mittelfeld angesiedelt sind, was sich aber durch die lange Laufzeit erkläre. Die Erstellungskosten für die gesamte Anlage werden zurzeit mit 10.203.000 Euro veranschlagt.
Auf in Bezug auf die Sicherheitslage geäußerte Bedenken aus dem Zuhörerkreis erklärte der zuständige Leiter des Polizeikommissariats 38 in Poppenbüttel, Niels Stahnke: "Die Erfahrungen in den Folgeunterkünften sind die, die wir auch mit anderen Menschen in Hamburg haben, mal gibt es einen Familienstreit, mal eine Ruhestörung, mit einem Wort: Normalität."
Zu der Anmerkung, dass hier in besonders geschütztem Gebiet gebaut wird, äußerte sich die im Publikum anwesende Fraktionsvorsitzende der SPD in Wandsbek, Anja Quast: "Volksdorf hat nur sehr begrenzte Flächen. Wenn wir ohnehin am Buchenkamp bauen, bringen wir auch gleich Flüchtlinge dort mit unter. Die alternativ in Rede stehende Fläche am Eichenrehmen war zu klein und außerdem war dort vor kurzer Zeit erst ein neuer Weg gebaut worden. So blieb nur diese Fläche übrig."
Der Leiter des Zentralen Koordinierungsstabes Flüchtlinge wies auch noch darauf hin, dass auch die Folgeunterkunft lediglich als Aufenthaltsort auf Zeit gedacht ist. "Die Menschen sollen so schnell wie möglich in eine andere Wohnung ziehen und damit im normalen Leben ankommen. Die durchschnittliche Verweildauer in der Folgeunterkunft beträgt zurzeit rund drei Jahre."
Auf die Frage, wo denn die Verpflichtung zur Renaturierung geregelt sei, erklärte Thomas Ritzenhoff, dass das im noch zu schließenden Städtebaulichen Vertrag stehen würde. Dieser müsse unterzeichnet werden, bevor der Bebauungsplan vom Bezirk beschlossen würde.
Zum Schluss (ca. 20:00 Uhr) des sehr ruhig verlaufenen Abends (was auch die Referenten so nicht erwartet hatten, wie sich aus anschließenden Bemerkungen ergab) wurde noch um ehrenamtliche Helfer geworben.

 

Das Informationsblatt der Wandsbeker Regierungskoalition, das an diesem Abend verteilt wurde:

Fragen & Antworten zur Diskussion um die geplante Flüchtlingsunterkunft an der Eulenkrugstraße in Volksdorf ...

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
durch Medienberichte über die Höhe der Miete sind die Planungen für die Flüchtlingsunterkunft an der Eulenkrugstraße in Volksdorf ins Gerede gekommen. Dass es zu solchen Sachverhalten Nachfragen und auch Kritik gibt, ist nachvollziehbar. Deshalb haben die städtischen Stellen und die Regierungsfraktionen im Rathaus von Beginn an alles offen gelegt, die Stadt hat Medienvertreter in die Akten zu diesem Vorgang schauen lassen, der Vertrag für die Unterkunftsfläche steht im Transparenzregister, alle Fragen wurden und werden beantwortet. Dass die Opposition in der Bürgerschaft einen Aktenvorlageantrag dazu gestellt hat, ist ihr gutes Recht. Auch sie hat damit die Chance, den ganzen Sachverhalt nachzuvollziehen und zu verstehen. Die beiden Bezirksfraktionen von SPD und Grünen, die den Vorschlag für diese Fläche eingebracht und beschlossen haben, möchten dazu beitragen, Fragen zu klären, Missverständnisse und Irritationen auszuräumen. Dieser Frage & Antwort-Katalog soll dabei mithelfen und Zerrbilder vermeiden.
Noch eine Vorbemerkung: Gemeinsam mit Senat, Behörden und unseren Rathausfraktionen war und ist es unser Bestreben, die hochemotional diskutierte Flüchtlingsunterbringung im gesamten Bezirk so verträglich wie möglich zu gestalten. Durch Verständigungen und Kompromisse mit der Volksinitiative und einzelnen Bürgerinitiativen auch in unseren Stadtteilen im vergangenen Jahr haben wir einen Volksentscheid zu dieser extrem polarisierenden Frage abgewendet. Unser Ansatz verfolgte immer drei Ziele: Wir wollten unserer humanitären und gesetzlichen Unterbringungsverpflichtung nachkommen, das jeweils möglichst stadtteilverträglich gestalten und die Unterkünfte im ganzen Bezirk, gerade auch in den wohlhabenderen Stadtteilen, gerechter verteilen. Und wenn es gelungen war, vor Ort einen Konsens zu erreichen, stand und steht die Politik im Wort, alles Machbare dafür zu tun, um den Kompromiss auch Wirklichkeit werden zu lassen.
Genau mit diesen Prämissen war es der Koalition auf Landes- und Bezirksebene im vergangenen Jahr auch in Volksdorf gelungen, nach schwieriger, anfangs kontroverser, später einvernehmlicher Flächensuche einen politischen Kompromiss mit der örtlichen Bürgerinitiative für eine Unterkunft und eine Fläche zu erreichen, zu der sowohl der Naturschutzverband BUND als auch der örtliche CDU-Bürgerschaftsabgeordnete und die Umweltbehörde Zustimmung signalisierten. Daraufhin beschloss die Bezirksversammlung den abgestimmten Kompromiss und die zuständigen Fachbehörden wurden gebeten, ihn mit den Eigentümern der Fläche vertraglich umzusetzen – wie sich gezeigt hat, kein einfacher, sondern durchaus teurer und schwieriger Weg.
Keine Frage: Auch wir hätten es uns günstiger für die Stadt gewünscht. Doch trotz der hohen Miete ist der Standort insgesamt wirtschaftlich, vor allem aufgrund der langen Laufzeit – das belegen die vorgelegten Wirtschaftlichkeitsberechnungen der Stadt. Wir sahen und sehen uns daher in der Pflicht, die konsensual gestarteten Planungen auch in die Tat umzusetzen. Außerdem werden die 260 Plätze in Volksdorf schlicht dringend gebraucht und sind Teil der städtischen Kapazitätsplanung. Der mit der Volksinitiative vereinbarte Verteilungsschlüssel für die Flüchtlingsunterbringung erfordert die Plätze in Volksdorf, um die Stadtteilgerechtigkeit zu stärken. Eine umsetzbare Alternative in Volksdorf konnte trotz intensiver Flächenprüfungen nicht gefunden werden. Dass am Schluss wieder die Stadtteile mehr belastet werden, die ohnehin die Hauptlast bei der Flüchtlingsintegration tragen, ist für uns keine Alternative.
Für weitere Fragen oder Anregungen, aber auch Kritik stehen wir gerne zur Verfügung.
Mit besten Grüßen
Ihre Wandsbeker Bezirksfraktionen von SPD und Grünen

1. Warum ist die Flüchtlingsunterkunft eigentlich noch nötig? Es kommen doch nur noch wenige Flüchtlinge an und woanders stehen Unterkünfte leer.
Hamburg reduziert in der Tat gerade seine Unterbringungskapazitäten, das stimmt. Dabei handelt es sich aber um Erstaufnahmeeinrichtungen. Hamburg hat weiter einen hohen Bedarf an dezentralen Folgeunterkünften mit einer Kapazität von unter 300 Plätzen – eine solche ist die an der Eulenkrugstraße. Dieser Bedarf besteht auch deshalb, weil zwischen Politik und Volksinitiative 2016 vereinbart wurde, bis 2019 sehr große Unterkünfte Schritt für Schritt auf im Durchschnitt 300 Plätze zu reduzieren. Um das hinzubekommen, bedarf es weiterer kleinerer Einrichtungen, die ausgewogen über die Stadt verteilt sind. Der hierzu von der Stadt zusammen mit der Volksinitiative erarbeitete Verteilungsschlüssel zeigt ein Platzdefizit von 940 Plätzen im Bezirk Wandsbek auf. Gerade auch die Walddörfer und Volksdorf haben gemessen an diesen Zahlen Nachholbedarf. Deshalb ist die geplante Unterkunft in Volksdorf so notwendig.
2. Musste es unbedingt die private Fläche an der Eulenkrugstraße sein? Gibt es nicht auch andere Flächen?
In der Flüchtlingskrise haben örtliche Verwaltung und Politik eine intensive Flächensuche für Unterkünfte betrieben, auch in Volksdorf: Da es praktisch keine geeigneten öffentlichen Flächen mehr gab, bot sich zunächst die im Privateigentum stehende Tonradswiese am Buchenkamp an. Hier hätte eine Unterkunft für bis zu 950 Flüchtlinge entstehen können. Dagegen gab es aufgrund der Größe starke Proteste und zudem berechtigte ökologische Bedenken. Diese Planung wurde eingestellt. Eingestellt wurden auch Überlegungen die bereits vorhandene Unterbringung am Waldweg zu erweitern. Für eine Erweiterung und Nutzung als Folgeunterbringung hätte ein Großteil des Waldes weichen müssen. Dafür gab es weder vor Ort noch bei der Umweltbehörde eine Zustimmung. In der Folge ist die Koalition auf die kritischen Bürgerinnen und Bürger zugegangen, die sich in der Initiative Lebenswerter Buchenkamp formierten. Gemeinsam wurde systematisch Fläche um Fläche in Volksdorf geprüft, vieles musste wieder verworfen werden. Einvernehmlich wurde schließlich das private Flurstück 270 in der Eulenkrugstraße als Flächenvorschlag benannt, das ökologisch weniger werthaltig und von der Größe her so dimensioniert ist, dass es – trotz der ein-zuhaltenden Abstände zu der vorhandenen Hochspannungsleitung – etwa 260 Flüchtlingen eine Unterkunft bieten kann.
3. Und was ist mit der öffentlichen Fläche am Eichenrehmen? Warum wurde diese Fläche nicht dem privaten Flurstück 270 vorgezogen?
Im Rahmen des Bürgerbeteiligungsprojekts FindingPlaces wurde in der Tat mit der städtischen Fläche am Eichenrehmen ein weiteres Grundstück in Volksdorf identifiziert, das bislang – aus guten Gründen – gar nicht Teil der Überlegungen der Bürger und der Politik war. Die Vertreter der Bürgerinitiative Lebenswerter Buchenkamp und die Bezirksversammlung haben diese Fläche klar abgelehnt. Dafür gibt es gute Gründe: Die Fläche war erst kürzlich mit öffentlichem Geld hergerichtet worden, ein öffentlicher Wanderweg in Verlängerung des Grünzugs wurde geschaffen und die bestehende Pferdepachtfläche entsprechend angepasst. Die Fläche ist im Stadtteil als Parkfläche und Pferdewiese geschätzt, so dass ein Hinwegsetzen über den Willen der Bürger auf jeden Fall deutliche Proteste hervorgerufen hätte und politisch nicht durchsetzbar gewesen wäre. Und das in einer Lage, in der eine konsensuale und von der Bezirksversammlung beschlossene Fläche wenige hundert Meter entfernt liegt. Die Eichenrehmenfläche wäre zudem deutlich kleiner als das Flurstück 270, damit wären nur weniger als die Hälfte der notwendigen Plätze erreichbar gewesen. Auch die Umweltbehörde hat sich in der Abwägung für das Flurstück 270 und gegen die Eichenrehmen-Fläche ausgesprochen.
4. Hat sich die Politik durch diese Vorfestlegungen nicht gegenüber dem Eigentümer des Flurstücks 270 erpressbar gemacht?
Bei dieser Frage sollte man nicht vergessen, wie groß gerade in 2016 der Druck war, Flächen für Folgeunterkünfte zu generieren – es gab mehrere tausend Flüchtlinge, die dringend auf Folgeunterkünfte angewiesen waren. Nach Aufgabe der Planung für die Tonradswiese war es der Politik wichtig, zunächst einen Konsens mit den Bürgern zu finden, damit auf dieser Grundlage die städtischen Stellen dann die weiteren Fragen klären. Dadurch wurde die Politik aber nicht erpressbar, denn bei Forderungen, die tatsächlich zu einer Unwirtschaftlichkeit des Standorts geführt hätten (siehe Frage 6), wären die Verhandlungen beendet worden. Vielmehr hatte die Bezirksversamm-lung für einen solchen Fall beschlossen, dass das Flurstück 270 als Reservefläche für die öffentliche Unterbringung ausgewiesen werden soll. Der Inhalt des Konsenses mit den Bürgern hatte außerdem aus ökologischer Sicht positiven Einfluss auf die Vertragsverhandlungen mit der Eigentümerseite: Dass die Fläche nach der Unterkunftsnutzung vollständig renaturiert werden soll, ist erst durch den Konsens zwischen Politik und Bürgern als Vorgabe für die Vertragsverhandlungen festgelegt worden.
5. Wurden die Warnungen aus der Verwaltung zum Vertragsabschluss mit den Eigentümern von der Politik in den Wind geschlagen?
Nein. Die Stadt konnte die Konditionen in ihren Verhandlungen sukzessive verbessern. So konnte bei der kritisierten Miete sowohl ein Abschlag von fast 20% gegenüber den anfänglichen Forderungen als auch eine Staffelung erreicht werden (3.520,83 EUR/Monat ab Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan; 7.041,67 EUR/Monat ab Vorweggenehmigungsreife des Bebauungsplanentwurfs oder ab Zeitpunkt Bezugsfertigkeit der Wohnanlage). Die nach Medienberichten offenbar vorhandenen, verwaltungsinternen kritischen Rückmeldungen sind vor diesen Fortschritten abgegeben worden und beziehen sich nicht auf den letzten Stand. Nicht vergessen werden darf auch, dass die Stadt gemeinsam mit einer renommierten Anwaltskanzlei die Verhandlungen geführt und den Mietvertrag geschlossen hat. Die Kanzlei hat alle notwendigen vertraglichen Vorkehrungen für die städtische Seite getroffen, um etwaige Risiken im Hinblick auf die vielfach kritisierte Eigentümerseite zu minimieren. Es besteht daher kein vernünftiger Zweifel, dass das Verhandlungsergebnis zwischen Stadt und Eigentümern – bei aller politisch unterschiedlichen Bewertung – rechtmäßig und wirtschaftlich vertretbar ist.
6. Wie erklärt man die große Diskrepanz des üblichen Pachtpreises für Ackernutzung zu der nunmehr vereinbarten Miete für das Flurstück 270? Muss das Ziel der Stadtteilgerechtigkeit bei den Preisen, die die Stadt hier in Kauf nimmt, nicht irgendwo eine Grenze haben?
Der Vergleich mit Pachtpreisen für einen Acker führt in die Irre. Eine abstrakte Mietpreistabelle für Unterkunftsflächen gibt es nicht, deswegen ist jeder Einzelfall gesondert zu bewerten. Dabei muss insbesondere auf die tatsächliche Nutzung abgestellt werden. Wenn auf der Fläche zehn Wohnhäuser für 260 Flüchtlinge mit Nebenanlagen, Infrastruktur und dergleichen gebaut werden, ist es kein Acker mehr, sondern eine wohnähnliche Nutzung.
Dass der Mietpreis zweifellos sehr hoch ist, aber insgesamt noch im Rahmen liegt, wird durch die städtische Wirtschaftlichkeitsuntersuchung bestätigt. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass der Mietpreis im Mittelfeld vergleichbarer Unterkünfte liegt. Die gesamten Platzkosten liegen unter denen anderer, der Stadtteilgerechtigkeit dienender Standorte – beispielsweise liegen sie in der HafenCi-ty dreimal so hoch und an der Sophienterrasse rund 50% höher als in Volksdorf. Das Gesamtvorhaben ist angesichts der langen Laufzeit damit für die Stadt wirtschaftlich. Wäre es das nicht, hätte die Stadt den Mietvertrag nicht abschließen dürfen. Und natürlich wäre die Verhandlungsposition für die Stadt besser gewesen, wenn man den Eigentümern bei Kooperation hätte in Aussicht stel-len können, dass nach der Nutzung auf der Fläche Wohnen möglich ist und sie nicht renaturiert werden müsste – das war ein Zugeständnis an Bürgerinitiative und Naturschutzverbände.
Das Gebot der Stadtteilgerechtigkeit fordert aus unserer Sicht, in den wohlhabenderen Stadtteilen, wo die Grundstückspreise deutlich höher sind, auch höhere Preise in Kauf zu nehmen. Sonst kommen doch wieder alle Unterkünfte in die Stadtteile mit niedrigeren Grundstückspreisen – das geht nicht. Deswegen hat die Stadt z.B. in Harvestehude, der HafenCity und in Blankenese höhere Kosten und Mühen in Kauf genommen. Natürlich können auch wir die Kritik an der Miethöhe verstehen, die Bezirksfraktionen hätten sich auch einen geringeren Mietpreis gewünscht. Die Verhandlungen wurden von der Stadt Hamburg auf Landesebene geführt. Und diese musste am Schluss abwägen. Teil dieser Abwägung ist natürlich, wie wirtschaftlich das Vorhaben insgesamt ist, wo Integration gut gelingen kann. Und da muss man feststellen, dass es in Volksdorf wenige Schulklassen mit Flüchtlingskindern gibt. Wenn da in der einen oder anderen Klasse ein Flüchtlingskind hinzukommt, kann Integration gelingen. Wir meinen: Volksdorf ist stark, kann den Menschen hier eine echte Integrationsperspektive geben – das ist in anderen Stadtteilen anders.
7. Was hat es mit der nach Medienberichten „ominösen“ Spendenzahlung der Eigentümer auf sich?
Die Eigentümer haben in den Vertragsverhandlungen, auch mit Blick auf die Kritik im Stadtteil an ihnen, angeboten, einen Teil ihres Mietertrags (10.000 Euro/Jahr) als Spende für gemeinnützige Zwecke (Flüchtlingsintegration/Naturerhalt) zu vergeben. Das mag man ungewöhnlich finden – die Stadt hat aber vertraglich den Finger drauf, dass das auch geschieht.
8. Hat sich der SPD-Fraktionsvorsitzende unzulässig in das Verfahren eingemischt?
Jeder halbwegs objektive Beobachter wird sich erinnern, dass zahlreiche Abgeordnete der Koalition auf Landes- und Bezirksebene überall in Hamburg vermittelt und mitgeholfen haben, zu verträglichen Lösungen für die Flüchtlingsunterbringung vor Ort zu kommen. Und wenn es jeweils gelungen war, einen Konsens vor Ort zu erzielen, ist es Pflicht der Abgeordneten mitzuhelfen, dass dieser auch Realität werden kann. Dass Abgeordnete gerade im Kontext von Bebauungsplanverfahren nicht nur mit Behörden und Bürgern, sondern auch mit den Eigentümern von zu überplanenden Flächen reden, ist ebenfalls ein normaler Vorgang – egal, wer jeweils Regierung oder Opposition ist. Insofern diente das Vermitteln zwischen allen Beteiligten durch den Vorsitzenden der SPD-Bürgerschaftsfraktion dem Ziel mitzuhelfen, den politischen Konsens im Sinne der Stadtteilgerechtigkeit umzusetzen – nichts anderes. Festzuhalten bleibt zudem, dass der SPD-Fraktionsvorsitzende an den Verhandlungsterminen zwischen städtischer und Eigentümerseite nicht teilgenommen hat. Dass die Opposition diesen Sachverhalt hinterfragt und kritisiert, ist gleichwohl ihr politisches Recht.
9. Und was sagt Klaus Schomacker, Vertreter der Volksinitiative, zu diesem Vorgang?
„...Bei den Kosten sollte man nicht nur auf den Pachtpreis schauen, sondern sich neben der zweifellos gegebenen Wirtschaftlichkeit der Unterkunft fragen, wie die Kosten einer gescheiterten Integration wären! Der Blick muss immer darauf gerichtet sein: Wo kann Integration gelingen? Die Voraussetzungen für gute Integration sind mit Blick auf Sozial- und Infrastruktur an diesem Stand-ort gegeben. ... Solche Beispiele sollten weniger Anlass für Kritik geben, sondern eher in ganz Hamburg Schule machen.“

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